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Eine kurze Geschichte der Erft in Euskirchen

11. Juni 2021 | Allgemein, Startseite

Die Erft unterliegt seit Jahrhunderten sich wandelnden wasserwirtschaftlichen Nutzungen. Bereits im Mittelalter führte der Mühlenbetrieb zu erheblichen Veränderungen an Mittel- und Unterlauf. Der erste umfassende Gewässerumbau erfolgte im Rahmen der Erftmelioration (Ausbau zur „Verbesserung“ der Erft) im 19. Jahrhundert. Zur Entwässerung der versumpften Erftauen wurde die Erft von Erftstadt bis zur Mündung in den Rhein begradigt und kanalartig ausgebaut. Weitere große Ausbaumaßnahmen folgten im 20. Jahrhundert, so z.B. der 1963 gestartete Ausbau der Erft zwischen Erftstadt und Euskirchen.

In Euskirchen nutzten zu Beginn des Industriezeitalters 24 Mühlen das Wasser des Kuchenheimer Mühlengrabens, der aus der Erft gespeist wird. In Trockenzeiten zweigten die Mühlenbachanlieger so viel Wasser aus der Erft ab, dass diese auf mehreren Kilometern Länge trockenfiel (Quelle: Erftverband (Hrsg.): Wasserlandschaften entlang der Erft, 2013). Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Tuchindustrie im Euskirchener Raum eine dominierende Rolle ein. Zum Waschen, Walken und Färben wurde das Wasser der Erft, des Kuchenheimer Mühlengrabens, des Veybachs und des Mitbachs verwendet.

Heute durchfließt die Erft in Euskirchen auf einer Länge von insgesamt ca. 1,3 km die Erftaue zwischen der Kölner Straße und der Veybachmündung. Das Gewässer ist auf der gesamten Strecke als geradliniges, einförmiges sogenanntes Trapezprofil ausgebaut. Das Gewässerbett ist mit Wasserbausteinen gegen natürlicherweise auftretende Veränderungen (Erosion) gesichert. Dies ist vor Jahrzehnten so hergestellt worden, da die Fließgeschwindigkeit der Erft aufgrund der Begradigung unnatürlich hoch ist, was eine kontinuierliche Eintiefung der Erft (sog. Sohlerosion) zur Folge hätte. Ca. 30 m unterhalb der Veybachmündung wird durch eine Betonschwelle ein Staubereich gebildet, aus dem ehemals Wasser entnommen wurde.

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